Am 20.11.2019 feiert die Kinderrechtskonvention ihr 30-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums verleihen wir unserer Forderung Nachdruck, informelle Bildungswege schnellstmöglich zu legalisieren!

Bereits seit Jahrzehnten ist wissenschaftlich erwiesen, wie Lernen funktioniert. Intrinsische Motivation, individuelle Begleitung, Begeisterung und das Lernen im eigenen Tempo stehen dabei im Mittelpunkt. Die Ablegung einer jährlichen Externistenprüfung nach dem Lehrplan steht dazu im Widerspruch.

Um zu einer positiven Veränderung sowohl für die Familien, die ihren Söhnen und Töchtern die Möglichkeit geben, sich selbstbestimmt zu bilden, als auch für die Behörden beizutragen, haben wir als Verein ein Positionspapier mit dem Titel

“ALTERNATIVEN ZUR EXTERNISTENPRÜFUNG. Überblick, Fakten und Lösungen zur Realisierung informeller Bildungswege“

ausgearbeitet, dessen Umsetzung sofort möglich ist. Dieses Positionspapier wurde am 20.11.2019 an die zuständigen Behörden übergeben – mit der nachdrücklichen Bitte um baldmögliche Vereinbarung eines ersten Arbeitstreffens.

Falls auch Sie unser Anliegen durch Ihre Unterschrift und/oder Ihre Stellungnahme unterstützen wollen, können Sie das Positionspapier HIER herunterladen und in diesem Formular online Ihre UNTERSTÜTZUNGSERKLÄRUNG abgeben. Wer in seinem Umfeld weitere Unterschriften sammeln möchte, findet hier eine Unterschriftenliste zum Download und Ausdrucken.

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Engagierte Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen unterstützen unser Positionspapier, unter anderen:

* Ao. Univ. Prof. Dr. Karl Garnitschnig (Erziehungswissenschaftler, Psychotherapeut)
* Erwin Wagenhofer (Filmemacher z.B. Alphabet, But Beautiful)
* Naomi Aldort (Familienbegleiterin USA)
* Peter Gray (Entwicklungspsychologe USA)
* Michael Mendizza (Filmemacher, Autor USA) Stellungnahme im Volltext herunterladen
* Erwin Thoma (Unternehmer, Buchautor)

Nachstehend einige Auszüge aus den Stellungnahmen und Kommentaren weiterer Unterstützer:

* OStR. Mag. Tilmann Schleicher (BAfEP):
Ich bin seit mehreren Jahrzehnten im Bildungsbereich tätig und setze mich für ähnliche Anliegen wie die der FreilernerInnen im institutionalisierten Bereich ein. Seminaristischer, themen- sowie schwerpunktzentrierter und damit prozessorientierter „Unterricht“, Projektphasen, selbstorganisierte Lernphasen sowie partizipatorische Ansätze der Pädagogik werden hier strukturiert gelebt. Ausgangspunkt der Ausbildung ist das Individuum und seine Entfaltungsmöglichkeiten, dabei ist Wertschätzung die handlungsleitende Grundeinstellung!
Diese Möglichkeiten der Lern- und Persönlichkeitsentfaltung sollte überall möglich sein – zu Hause und in der Schule. Da derzeit nicht alle Bildungseinrichtungen über die personalen sowie materiellen Ressourcen für eine optimale Lernentfaltung bei jungen Menschen verfügen, muss es ein Recht auf Bildungsfreiheit geben und dem Einsatz der FreilernerInnen ist es zu verdanken, dass es fundierte Vorschläge gibt, die aktiv die Mitgestaltung unseres Bildungsraumes ermöglichen!
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* Franz Gerstbauer (Pädagoge, Prüfer bei Externistenprüfungen und Bildungsstadtrat):
Aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus gibt es durch mich die volle Unterstützung und Zustimmung für die Forderung der „Prozessorientieren Begleitung“. Dieses umfassende und akribisch aufgearbeitete Positionspapier zeigt, dass mit Ernsthaftigkeit versucht wurde, mögliche Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ich wünsche mir, dass Verantwortliche in den Diskurs eintreten, mit dem Ziel einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden.
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* Karen Kern (Pädagogin, Lernbegleiterin kern-bildung.de, Vorstand Freilerner Solidargemeinschaft e.V.):
70-80 % des Lernens findet auf informelle Art statt. Dies wird schon in der Faure Studie von 1973 festgestellt. Würden wir diese Zahlen in unserer Gesellschaft wirklich ernst nehmen, hätte formales schulisches Lernen und Lernen auf Prüfungen mittlerweile eine weitaus geringere Bedeutung. Informelles Lernen ist kaum planbar und nicht einfach überprüfbar. Es ist weder möglich noch sinnvoll, dafür laufend Noten zu geben und damit Leistungen zu vergleichen. Die Teilnahme an einer Externistenprüfung auf eigenen Wunsch, z.B. zum Erwerb eines Schulabschlusses, stellt dagegen auch nach vorwiegend informeller Bildung eine ganz andere Situation dar – dies sollte gefördert und jederzeit ermöglicht werden.
Junge Menschen haben ein Recht darauf, dass ihre Meinung in allen sie betreffendenAngelegenheiten gehört und angemessen berücksichtigt wird. Dass muss auch für die Bildung des jungen Menschen gelten. Solange nachweislich Bildung – und dazu gehört auch die selbstbestimmte informelle Bildung – stattfindet, müssen aus ethischen Gründen die Wünsche eines jungen Menschen in Bezug auf den eigenen Bildungsweg gehört, respektiert und berücksichtigt werden.
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* Blake Boles (Author of The Art of Self-Directed Learning, Better Than College, and College Without High School; Founder of Unschool Adventures) blakeboles.com:
Selbstgesteuertes Lernen – von manchen als „Unschooling“ bezeichnet – ist in den USA ein erfolgreicher Bildungsansatz. Es wird von Kindern aller sozialen Schichten praktiziert, die regelmäßig die Universität besuchen und als Erwachsene „normale“ Jobs erhalten. Ohne invasive Tests oder behördliche Überwachung finden diese jungen Menschen mit Unterstützung ihrer Familien, Kollegen, einer breiteren Community und vor allem des Internets heraus, was sie lernen müssen (in ihrem eigenen Tempo und an ihrem eigenen Ort). Nachdem ich mehr als ein Dutzend Jahre mit nordamerikanischen Schülern zusammengearbeitet habe, habe ich die Kraft des selbstgesteuerten Lernens gesehen, um das Leben junger Menschen zu verändern, die in der konventionellen Schule nicht erfolgreich sind. Ich hoffe, dass Österreich dem Beispiel der Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Norwegen und der zunehmenden Anzahl anderer Länder folgt, die Familien das gesetzliche Recht einräumen, ganztägig und ohne invasive Vorschriften selbstgesteuertes Lernen zu betreiben.
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