Freilerner-Jahresrückblick 2016

Zu Jahresanfang…

Zu Beginn des letzten Jahres war die Euphorie des neu aufgestellten Vereins des Netzwerkes der Freilerner verklungen. Es machte sich allgemeine Ernüchterung breit, weil irgendwie nichts ins Rollen kommen wollte. Das große Projekt der Neugestaltung der Homepage stagnierte, aber auch in den Arbeitskreisen wollte es nicht so recht „flutschen“.

Trotz allem wurde die Gelegenheit genutzt, den noch sehr jungen Verein Anfang Februar im Rahmen der ersten Wiener Bildungsmesse am PIBÖ-Stand (Plattform der Initiativen für Bildung) einem breiteren Publikum vorzustellen.

Retrospektive & Neubeginn

Im Rückblick auf die Geschehnisse im Herbst 2015, als wir in Graz im großen Kreis die Neustrukturierung und völlige Neuausrichtung von freilerner.at beschlossen haben, hatten wir wohl übersehen, die weiteren notwendigen Schritte klar zu kommunizieren. Die Einführung der Soziokratie als Organisationsstruktur war für viele neu und ungewohnt. So ist einiges liegen geblieben. Allerdings gibt es in unseren Kreisen erfreulicherweise viele Menschen, die nicht locker gelassen und immer wieder an die definierten Ziele erinnert haben.

Vorerst kam es zu einer “Verkleinerung”: Die im Herbst 2015 aufgestellten drei Arbeitskreise (Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung & Vernetzung und Administration & Website) sind auf vorübergehende zwei AKs zusammengefasst worden. Der AK Vernetzung und Betreuung hat interimistisch die Aufgabenbereiche der Administration mit übernommen. Der AK Öffentlichkeitsarbeit hat mit Volldampf an der inhaltlichen Befüllung der neuen Website gearbeitet.

Wir haben außerdem beschlossen, regelmäßig Leitungskreistreffen durchzuführen, sowie Treffen der einzelnen Arbeitskreise. Die straffere Struktur hat allen gut getan und das Großprojekt „Website NEU“ vorangetrieben.

Vieles ist in diesem ersten Halbjahr im Verdeckten geschehen, die Vorbereitungen für den Relaunch der Seite sowie der Neustrukturierung des Vereins waren für die meisten nicht einsehbar. So mag es eventuell scheinen, als ob in diesen Monaten nicht so viel los war wie sonst. Aber im Rückblick waren diese Wochen der Vorbereitungen notwendig und wichtig, um daraufhin wieder nach Außen gehen zu können.

Es hat sich außerdem herausgestellt, dass die relativ kleine Gruppe an aktiven AK-Mitgliedern sehr effizient arbeiten konnte und gute Fortschritte machte. Das erste Halbjahr war also die Zeit des Winterschlafes, der Vorbereitung des Bodens und der Aussaat, um metaphorisch zu sprechen.

Trotz allem gab es natürlich immer wieder mal kleinere und größere Treffen in Wien und den Bundesländern. Zum Beispiel gab es im Mai ein wunderschönes Treffen mit Info-Vortrag am MITANANDA H.O.F., zu dem an die 40 interessierte große und kleine Menschen gekommen sind.

Sommertreffen 2016

Den Höhepunkt und den Abschluss dieses ersten Halbjahres bildete das große Jubiläums-Sommertreffen der Freilerner, das um die Sommersonnenwende wieder in Leibnitz stattgefunden hat. Zum zehnjährigen Jubiläum des Sommertreffens kamen über zweihundert Menschen, um zu feiern, zu tanzen, singen, musizieren, aber auch sich zu vernetzen, auszutauschen, an Vorträgen und Workshops teilzunehmen und gemeinsam zu lernen. Besonders freuen wir uns, dass fast alle der angebotenen Workshops intern von Mitgliedern des Freilerner-Netzwerkes angeboten werden konnten – die bunte, interessante und vielfältige Mischung der Angebote zeigt einen schönen Querschnitt der breitgefächerten Begabungen und Interessen von freilernenden und -denkenden Menschen!

Bertrand Stern und Franziska Klinkigt kamen im Anschluß an das Sommercamp nach Wien, um ihr Wissen rund ums Frei-Sich-Bilden auch in der Bundeshauptstadt allen interessierten Menschen zur Verfügung zu stellen.

Im Sommer

Vor allem im Sommer war das Interesse der Medien am Thema Freilernen so groß wie noch nie: Es gab Berichte in Tageszeitungen, Magazinen, im Radio und im Fernsehen. Erfreulicherweise waren die meisten davon gut recherchiert und haben das Thema neutral bis wohlwollend beleuchtet. Vieles davon gibt es übrigens im Archiv der neuen Website nachzulesen. Wir freuen uns jedenfalls über das wachsende Interesse und die Verbreitung der Idee des frei sich Bildens!

Im August wurde in Wien die Vorführung des Kinofilms “Being and Becoming” organisiert. In der anschließenden Gesprächsrunde konnte das Gesehene mit zwei Freilerner-Müttern reflektiert werden. Eine weitere wunderbare Möglichkeit, das Freilernen bekannter zu machen. Die ursprünglich im Herbst angedachte Wiederholung wird nun voraussichtlich im Februar 2017 stattfinden. Mehr dazu im dritten Vereins-Rundbrief.
Das „Frei leben, frei lernen, neue Wege gehen“-Treffen Anfang September im Waldviertel war gleichzeitig ein äußerst gelungener und inspirierender Auftakt der zweiten Jahreshälfte. Es war wunderschön und hat sich sehr gut angefühlt, den Sommer mit einem großen Treffen einzuläuten und das Sommerende mit einem weiteren Treffen zu feiern. Wir hoffen, dass wir damit eine Tradition begonnen haben!

Dieses Treffen war wohl auch der Auslöser, dass wir uns noch stärker vernetzt haben und unsere Kräfte vereinigt haben. Wir freuen uns ganz besonders, nun auch Lini Lindmayer und Familie zu den aktiven Reihen der Mitglieder des Netzwerkes zählen zu können.

Gemeinsam haben wir an der Idee einer „Online-Sprechstunde“ bzw. eines „Freilerner-Coachings“ gearbeitet. Herausgekommen ist unsere Kooperation des Freilerner Studios auf Mumble, bei dem es die ortsunabhängige Gelegenheit gibt, einmal im Monat am Livestream teilzunehmen und sich im Anschluss im Freilerner Cafè zu treffen, um Fragen zu stellen, zu diskutieren und sich auszutauschen. Jeder dritte Donnerstag des Monats bietet nun allen Interessierten nach Anmeldung und Bezahlung der Abo-Mitgliedschaft die Möglichkeit Joya, Lini und Karin virtuell zu treffen und ganz persönliche Fragen zu stellen.

Herbstzeit

Ab September haben wir uns in den Arbeitskreisen und im Leitungskreis auch regelmäßig online getroffen und diese Treffen als Fixtermine einmal monatlich durchgeführt. Wir sind also langsam in die soziokratische Struktur hineingewachsen und es fühlt sich gut und stimmig an, uns noch mehr nach Außen zu öffnen und neue, frische Impulse zu bekommen.

Eine weitere Gelegenheit, sich im Außen zu präsentieren: Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des 2. Nie-mehr-Schule-Aktionstages (ins Leben gerufen und organisiert von Michael Karjalainen-Dräger) konnten zum ersten Mal Textauszüge aus dem Buch “Lernen ist wie Atmen” vorgelesen werden.
Ab Oktober gab es von Lini organisierte regelmäßige Treffen in Niederösterreich und Wien, die von vielen Menschen gut angenommen worden sind und viele Teilnehmer hatten. Auch im Neuen Jahr wird es wieder monatliche Treffen geben – eine herzliche Einladung dazu!

Anfang Oktober fand außerdem im Wiener Rathaus die Jahrestagung der “Initiative Zivilgesellschaft” statt: Im Rahmen einer “Utopienvorstellung” konnten wir unsere Vision von freier Bildung, wie sie in Österreich Wirklichkeit werde könnte, vortragen.
Ende Oktober gab es einen Vortrag zum Thema Freilernen im EKIZ Graz, der 2017 im Oktober wieder stattfinden wird. Wir empfinden die Kooperationen mit anderen Netzwerken als besonders fruchtbringend und freuen uns über das entgegengebrachte Interesse und Vertrauen.

Die neue Website

Der Herbst stand intern aber auch ganz im Zeichen der Vorbereitungen für den neuen Internetauftritt des Netzwerkes. Bevor als Höhepunkt des Jahres die neue Seite online gehen konnte, hat es einige Online-Konferenzen und persönliche Treffen gegeben, um die Seite mit Informationen, Bildern und Texten zum Alltag zu befüllen. Das Herzstück der Seite bildet das neue Forum, das allen Mitgliedern eine tolle Möglichkeit bietet, in Kontakt zu kommen, Fragen zu stellen, sich zu vernetzen. Einiges an technischem Know-How war notwendig, um das Archiv der alten Seite zu übersiedeln und weiterhin zugänglich zu halten.

Wir möchten uns aus ganzem Herzen bei allen bedanken, die dieses Projekt möglich gemacht haben und an der Realisierung beteiligt waren! Wir möchten auch alle nochmals sehr herzlich einladen, euch einzubringen, zu engagieren und mit zu arbeiten. Vieles ist schon passiert, aber in einigen Bereichen braucht es noch Unterstützung und auch permanente Betreuung. Involviert euch und werdet Teil dieses Netzwerkes, jeder Einzelne ist willkommen und wertvoll.

Wir sind sehr stolz auf das neue, frische Gesicht des Freilernens in Österreich und freuen uns auf viele spannende neue Impulse und Kontakte auf und wegen der Seite http://www.freilerner.at!